Es ist kein Wunder, dass die Abklärung der Schulterbeschwerden selbst für den Arzt eine Herausforderung darstellt.

Es handelt sich nämlich um einen Schulterkomplex, der sich funktionell aus vier Gelenken zusammensetzt. Ein besonders großer Bewegungsumfang erfordert eine akkurate Weichteilführung, was durch die Rotatorenmanschette (s.g. Sehnenkappe) gewährleistet wird. Der darüber liegende Schleimbeutel sorgt für eine reibungslose Bewegung unter dem Schulterdach. 

Eines ist doch klar- die Schulterbeschwerden sind überwiegend durch Weichteilveränderungen bedingt. Nicht selten sind von der Halswirbelsäule ausstrahlende Schmerzen ebenfalls bedeutsam.


1. Impingement-Syndrom
Ist das Armheben zwischen ca. 60 und 120 Grad nur schmerzhaft durchführbar, spricht man von einem Impingement-Syndrom. Die gereizte und somit geschwollene Struktur (z.B. der Schleimbeutel und/oder die Sehne) klemmt sich während des Armhebens unter dem Schulterdach ein, was klinisch als schmerzhafter Bogen zum Ausdruck kommt.


2. Kalkschulter
Selbst bei beschwerdefreien Patienten können sich im Röntgen, besonders am Ansatz der Supraspinatussehne, Kalkdepots zeigen. Durch den Einbruch der Kalkablagerungen in den Schleimbeutel kommt es allerdings zu einer akuten Schleimbeutelentzündung, gekennzeichnet durch massive Schmerzen und Bewegungseinschränkung in der betroffenen Schulter.


3. Sehnenriss
Eine traumatische Ruptur einer oder mehrerer Sehnen der Rotatorenmanschette ohne altersbedingte degenerative Vorschäden ist selten.

Das Ausmaß der Ruptur kann von kleinen Einrissen in den oberflächlichen Schichten (Teilruptur) bis zum kompletten Riss der Rotatorenmanschette reichen. Der akute Riss der Rotatorenmanschette entsteht meist bei Sturz auf den ausgestreckten Arm.


4. Schultersteife od. Frozen Shoulder
Bei einer Schultersteife „friert“ die Schulter ein. Sie geht einher mit einer Fibrosierung und Schrumpfung der Gelenkkapsel. Dies äußert sich klinisch durch:

a) Ruhe- und Nachtschmerzen
b) Schmerzausstrahlung in den Arm
c) ausgeprägte Bewegungseinschränkung.

Die unterschiedlich stark ausgeprägte Bewegungseinschränkung sowie Ruheschmerzen stehen im Vordergrund. Die Beschwerdesymptomatik bessert sich langsam, allerdings klingt sie innerhalb von 2 Jahren in der Regel spontan ab. Gegen Ende des Heilungsprozesses besteht mehr oder weniger stark ausgeprägtes Bewegungsdefizit.


     ,,Die Therapieoptionen in unserer Ordination umfassen die manuelle Behandlung der entzündlich- oder überlastungsbedingt veränderten Sehnen und Sehnenansätze sowie die Wiederherstellung der Beweglichkeit bei frozen shoulder.

Des weiteren spricht die Schulter hervorragend auf die gezielte infiltrative Therapie an. Der gereizte Schleibeutel beispielsweise kann nur auf diese Art behandelt werden.“